Großglockner – Deep Sky

Erster Blick vom Startpunkt (1920 m) aus auf den Großglockner (der Berg ganz hinten!) – Schwoins-lässig!

Großglockner Panorama Blick
Großglockner Panorama-Blick auf die Berge

 

Beste Laune! Nach den ersten 100 Metern fragen wir uns: Warum Hemd und Polarfleece? Mehr als ein T-Shirt? Völlig unnötig, viel zu schwer! Okay, zum Wechseln vielleicht. Wir können nicht so schnell trinken, wie wir schwitzen! Aber auch noch Jacken und lange Ski-Unterwäsche??! Noobs! Unser Verdacht: Wir haben uns im Sportgeschäft echt alles aufschwatzen lassen!

Laut Internetrecherche: Aufstieg 2 Stunden, fast etwas kurz! Aber wir sind auch zum Coachen hier. Das erste Schild spricht von 3 Stunden. Nach einer Dreiviertelstunde: Große Pause an der Lucknerhütte (2241 m) – etwas kühl im Schatten. Ein Glück, dass wir noch ein Hemd dabei haben. Unser Kursteilnehmer in Hochstimmung. Irgendetwas amüsiert ihn sichtlich. Kein Plan! Wir auf alle Fälle geplättet. Halbzeitstimmung, dabei liegt der Großteil noch vor uns.

 

 

Voller Elan weiter. Die Pause hat wirklich etwas gebracht – und das hält keine 5 Minuten. Die Laune unseres Kursteilnehmers steigert sich aus unerfindlichen Gründen bei jeder Pause. Der gluckst schon rum! Eine erste Erklärung schleicht sich durch unsere völlig von der Tour strapazierten Synapsen, als ein Rentner an uns vorbei zieht. Nach einem ganzen Bergsteiger-Rudel mit Wanderstöcken, Seilen und Eispickeln, zieht es auch unsere Lachmuskeln verdächtig zusammen. Aber wir wollen ja auch nicht Bergsteigen unterrichten. 2 Dinge kommen uns da gelegen: Erstens die aufziehenden düsteren Wolken, die eine weitere Pause für den Einsatz der Jacken rechtfertigen. Zweitens, die Unterbrechungen, um etwas zu Panoramafotos und Bildaufbau zu erzählen.

Im Gegensatz zu unserem Teilnehmer, haben wir keine Erklärung dafür, dass sich die Steinböcke wesentlich näher an uns herantrauen, als an andere Bergsteiger! Er ist darüber sichtlich amüsiert.

 

Nach 4 Stunden können wir unser Ziel noch nicht einmal sehen. Es taucht die Frage auf, wie lang man in der Stüdlhütte (2802 m) am Gipfel einchecken kann. Völlig überflüssig! Schaffen wir locker!

Stüdlhütte auf dem Großglockner
Stüdlhütte auf dem Großglockner

 

Okay, es war knapp. Lag aber nur an den Fotos!

Nachts, 2 Uhr: Kaum 2 Stunden Schlaf gehabt. Mit der Ankunft einer Bergsteigergruppe verziehen sich die Wolken. Perfekt! Das Deep-Sky Coaching geht los.

Deep Sky, Sternenhimmel

 

Zum Glück haben wir die 90l-Backpacker mitgeschleppt! Kurz anhaltende Euphorie breitet sich aus. Die Schlepperei war doch nicht umsonst. Verpackt in Ski-Unterwäsche, T-Shirt, Hemd, Polarfleece, Jacke und dem Foto-Equipment raus aufs Eis. Aber ganz ehrlich: Das nächste Mal auch noch mit Mantel, Handschuhen, Mütze und einem Schal! Die Verkäuferin in dem Sportgeschäft hatte vermutlich doch recht. Aber einen 100l-Backpacker mitschleppen???

 

Zwei Stunden Deep Sky Coaching bei gigantischer Aussicht. Wir können an der Milchstraße entlang weit über die Alpen sehen. Traumhaft!

Wir haben Glück, dass die Wettervorhersage stimmt, auch wenn wir den Temperaturunterschied erst glauben können, als die Finger am Stativ gefühlt festfrieren. Für die letzten Meter zum Gipfel hätten wir allen Ernstes Steigeisen gebraucht! Aber das ist zeitlich ohnehin nicht drin.

Danach dringend ins Bett – zum wohl verdienten Schlaf. In der Hütte angelangt erstarrt uns dann erstmal das Lachen: Die Gruppe, die vor etwas über 2 Stunden angekommen ist und in L-Stellung (die Füße hoch an die Wand) auf dem Boden schlief, macht sich gerade zum Weitermarsch auf den Gipfel fertig. Wtf??!

 

Immerhin: Das Ergebnis unseres Teilnehmers ist für eine APS-C Knipse, und den Einstieg in die Deep-Sky Fotografie gelungen!

Milchstraße über den Großglockner
Milchstraße über den Großglockner